Entstehungsgeschichte
„Fachkräftemangel“ und „Fehlender Nachwuchs im ICT-Bereich“
Die Forderungen an eine bessere ICT-Berufsbildung und nach mehr ICT-Absolventen sind unüberhörbar. Die Schweiz verfügt durchaus über hervorragende ICT-Spitzenkräfte und steht im internationalen Vergleich – was Spitzentechnologie und Leistungsfähigkeit der Wirtschaft betrifft – gut da. Nur gibt es zu wenig ICT-Nachwuchskräfte, um den Bedarf sicherzustellen, der schon heute mit rund 5% Anteil am BIP einen wichtigen Beitrag an die Wertschöpfung der Schweiz liefert.
ICT-Switzerland, der Dachverband der ICT-Branche, ortete die Ursachen des Problems nicht nur in einem ungerechtfertigt schlechten Image der ICT-Berufe und in einer ungenügenden Bereitstellung von Lehrplätzen. Mitverantwortlich für die Misere ist auch die Tatsache, dass viele Branchen den Wert der ICT für ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit nicht oder erst spät erkannt haben.
Das Berufsfeld der ICT ist ein bedeutender aber unterschätzter Faktor für den Wirtschaftsstandort Schweiz
170‘000 ICT-Beschäftigte erarbeiten rund 5% am BIP – das entspricht derzeit ca. 25 Mrd CHF. Damit übertrifft das ICT-Berufsfeld Branchen wie die Chemie, den Maschinenbau und das Versicherungswesen. Rund 2/3 aller ICT-Beschäftigten arbeiten in anderen Branchen: in Banken, Versicherungen, Dienstleistungsbetrieben etc. Hier entsteht auch eines der Probleme: ICT ist nicht eine einheitliche Branche, sondern ein ziemlich heterogenes Berufsfeld.
Gründung des Vereins ICT-Berufsbildung Schweiz
Um dem Missstand zu begegnen wurde im Frühjahr 2010 unter dem Dach von ICT-Switzerland der Verein ICT-Berufsbildung Schweiz gegründet, in dessen Gremien namhafte Unternehmen vertreten sind. Hauptziel ist die Sicherstellung eines zahlenmässig ausreichenden und genügend hoch qualifizierten Nachwuchses an ICT-Berufsleuten, ausgerichtet auf die Anforderungen von Wirtschaft und öffentlichen Verwaltungen. Zeitgleich wurde die Stiftung IT-Berufsbildung Schweiz ins Leben gerufen, die Projekte zur Förderung der ICT-Berufsbildung Schweiz fördert resp. finanziert.
Erarbeitung einer fundierten Faktengrundlage
ICT-Berufsbildung Schweiz erarbeitete u.a. zwei Studien um den Bedarf an ICT-Fachkräften qualitativ und quantitativ besser bestimmen zu können. Mit der Studie zum quantitativen Bildungsbedarf liegt nun erstmals eine umfassende Arbeit vor, welche nicht nur die bisher publizierten Zahlen analysiert und einbezieht, sondern das Berufsfeld auch in seiner ganzen Breite untersuchte. Die zweite Studie über die Anforderungen an die Berufsbildung der ICT untersuchte bei über 70 Expertinnen und Fachleuten deren Bedürfnisse und Einschätzungen zur Zukunft des Berufsfelds ICT. Die Ergebnisse wurden am 16. November 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zudem sollte die neu gebildete nationale OdA ICT ab Anfangs 2011 die Aktivitäten auf kantonaler und nationaler Ebene bündeln und die nötige Qualität und Quantität in der Lehrlingsausbildung und der höheren ICT-Berufsbildung sicherstellen.
ICT-Berufsbildung Schweiz übernimmt I-CH - Informatik Berufsbildung Schweiz AG
Bis Ende 2010 war die I-CH - Informatik Berufsbildung Schweiz AG die Prüfungsträgerschaft für die eidgenössischen Fachausweise und die Diplome im Informatikbereich. Im September 2010 hat der Verband ICT-Berufsbildung Schweiz die I-CH mit allen Aufgaben und Verpflichtungen übernommen. I-CH wurde bis Ende Jahr in die neuen Verbandsstrukturen integriert. Bis Ende Juni 2011 operierte die neue OdA am bisherigen Geschäftssitz von I-CH in Zürich-Altstetten. Per 1. Juli 2011 wurde die Geschäftsstelle an der Aarbergergasse 30 in Bern errichtet.